Ich musste leider unfreiwillig eine ziemlich lange Golfpause einlegen – kein Auto, kein Golf, sehr tragische Liebesgeschichte.
Aber endlich war es so weit: das erste Turnier nach langer Zeit!
Traumhaftes Wetter, ein wunderschöner Platz, ein netter Flight, also eigentlich alles angerichtet für meine große Golf-Rückkehr. Was sollte da noch schiefgehen?
Ich hatte wirklich ein paar richtig starke Schläge. Es sah zwischenzeitlich fast so aus, als würde ich den Platz heute komplett auseinandernehmen.
Dann kam Loch 2.
Traumhafter Abschlag. Mein Drive flog und flog – kerzengerade, wie aus dem Lehrbuch. Perfekt mittig auf dem Fairway, direkt Richtung Grün. Ich sah mich schon elegant mit Birdie-Chancen und einem selbstzufriedenen Grinsen vom Loch spazieren.
Das Universum hatte allerdings andere Pläne.
Der zweite Schlag: leicht rechts vom Bunker.
Mein inneres „Nein, bitte nicht in den Bunker“ wurde vom Golfgott freundlich ignoriert.
Natürlich. Bunker.
Also stand ich da – Sand, Nervenzusammenbruch und die Erkenntnis: Es geht hier offensichtlich um Leben und Tod.
Diesmal habe ich aus der Vergangenheit gelernt und nicht heldenhaft direkt aufs Grün gezielt, sondern erstmal einfach nur raus aus dem Bunker. Ein kleiner Sieg. Schlag Nummer 3.
Dann wieder Angriff aufs Grün:
Etwas zu weit hinter dem Grün gelandet, aber ganz ehrlich – Hauptsache weit weg vom Bunker. Schlag 4.
Das Grün fiel leicht ab. Also dachte ich mir:
„Kurzes Spiel ist eh nicht meine Stärke – ich putte einfach.“
Nicht zu stark.
Leider auch nicht stark genug.
Zu schwach. Natürlich. Schlag 5.
Immerhin näher dran.
Dann Schlag 6.
Dann Schlag 7.
Ab da war ich emotional eigentlich schon im Clubhaus.
Aber ganz ehrlich?
Es war trotzdem einfach schön, endlich wieder auf dem Golfplatz zu stehen.
Manchmal spielt man nicht gegen den Platz.
Man spielt gegen das Universum.
Und das Universum hat heute klar gewonnen.





