Ein herrlicher Start in die Golf-Turniersaison

Die Münchner Kreis-Turnierserie ist endlich losgegangen und ich dachte mir ganz optimistisch: Das wird mein Jahr! Man kennt’s – neue Saison, neue Motivation, altes Handicap, aber große Träume. Und der Rahmen? Wirklich nicht zu toppen: ein großartiger Flight, ein wunderschöner Platz, saftig grüne Fairways und Wetter wie frisch aus dem Prospekt bestellt. Sonne, leichte Brise, gute Laune – also wirklich alles angerichtet für eine persönliche Bestleistung zumindest in der Theorie.

Eine kleine, aber entscheidende Frage blieb allerdings offen: Wie war eigentlich mein Spiel?
Sagen wir mal so: konstant unkonstant – also im Grunde bewundernswert zuverlässig in meiner Unbeständigkeit. Die ersten zwei Löcher liefen sensationell. Wirklich! Ich dachte kurz, ich hätte über Nacht heimlich Talent entwickelt. Vielleicht ein verborgener Golf-Gen-Code, der endlich aktiviert wurde? Ich war schon innerlich dabei, meine Dankesrede für den Turniersieg vorzubereiten.

Tja… und dann kam Loch drei.
Komplett gestrichen. Sendepause. Funkstille. Mein Spiel hat sich einfach verabschiedet, ohne sich abzumelden. Ich kam nicht mehr vom Fleck. Vermutlich hatte mein Ball beschlossen, heute eher einen gemütlichen Spaziergang zu machen, statt ernsthaft Golf zu spielen.

Natürlich habe ich mir direkt eingeredet: Das ist ganz normal beim Golf.
Beim nächsten Schlag wird’s besser. Ganz sicher. Wenn nicht beim nächsten Schlag, dann beim nächsten Loch. Oder spätestens beim übernächsten. Also wirklich definitiv irgendwann. Ich glaube fest an mein Glück – und noch fester an meine Fähigkeit, mir Dinge schönzureden.

Nach dem gestrichenen dritten Loch ging’s dann so lala weiter. Mal ganz okay, mal eher kreativ. Was mich wirklich Punkte gekostet hat, war mein Kurzspiel und die Bunker. Vor allem die Bunker. Ich bin inzwischen absolut überzeugt, dass sie eine magische Anziehungskraft besitzen. Eine Art unsichtbares Gravitationsfeld nur für meine Bälle.

Egal wie ich stand, egal wie ich zielte, egal wie sehr ich mir eingeredet habe „diesmal ganz bestimmt nicht“ zack, der Ball im Bunker. Immer. Ohne Ausnahme. Ich schwöre, selbst wenn ich mich mit dem Rücken zum Bunker gestellt und bewusst in die entgegengesetzte Richtung geschlagen hätte, hätte mein Ball trotzdem irgendwie den Weg hineingefunden. Zielstrebig. Elegant. Fast schon beeindruckend.

Irgendwann habe ich dann versucht, das Ganze auf eine persönlichere Ebene zu bringen. Vielleicht lag’s ja an der Beziehung zwischen mir und dem Ball? Also habe ich angefangen, ihn liebevoll „Hase“ zu nennen, ihm gut zugeredet, ihn motiviert.  Aber offenbar steht mein Ball eher auf toxische Beziehungen, er ist nämlich immer wieder zu den Bunkern zurückgekehrt. Ganz egal, wie liebevoll ich war.

Ab Loch 12… oder war es doch 13? Ehrlich gesagt, irgendwann verschwimmt das alles ein bisschen… habe ich es einfach akzeptiert. Es gibt Dinge im Leben, die kann man nicht ändern. Das Wetter. Die Platzverhältnisse. Und… mein Golfschwung. Man muss Prioritäten setzen und meine liegt ganz klar beim Durchhalten mit Humor.

Und wie so oft im Leben wurde ich am Ende doch noch belohnt: mit leckerem Essen, netten Gesprächen und einer herrlich kühlen Holunder Schorle. Und seien wir ehrlich dafür hat sich der ganze „sportliche Teil“ dann doch irgendwie gelohnt.

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